Transition to Sustainable Development

Eine Studie im Auftrag des Lebensministeriums; Laufzeit: Dez 2008 – Apr 2009

Projektleitung: Univ.-Doz. Dr. Dietmar Kanatschnig (ÖIN)

Projektbearbeitung: Mag. Irma Pelikan, Univ.-Doz. Dr. Dietmar Kanatschnig (ÖIN)

Transition bezeichnet die fundamentale Veränderung unseres Denkens und Handelns auf gesamtgesellschaftlichem Niveau, die in der Struktur (gesamter institutioneller Rahmen), der Kultur (dominante Perspektive) und der Arbeitsweise (Routine, Regeln, Praktiken) des gesellschaftlichen Gesamtsystems und/oder seiner Teile stattfindet. Bei der Beeinflussung von hartnäckigen gesellschaftlichen Problemen geht es nicht um die vollkommene Kontrolle und Beherrschung des Transitionsprozesses, sondern vielmehr um einen gemeinsamen explorativ- und entwurforientierten Such- und Lernprozess für langfristige und nachhaltige Lösungen. Dieser gesellschaftliche Innovationsprozess mit seinen Systeminnovationen und gesellschaftlichen Transformationen bedarf geeigneter sozialer, ökonomischer und kultureller Rahmenbedingungen, Anreiz- und Koordinationsmechanismen und gezielter politischer Impulse. Transition-Management ist ein politisches Steuerungsinstrument, das von Komplexität und Unsicherheit eines Systems ausgeht und als koevolutionäres Steuern bezeichnet wird.

Von der Grundintention her ist Transition-Management mit der neuen EU-Strategie durchaus vereinbar. Auch etliche der angeführten “Leitprinzipien der Politik” sind Kernelemente des Transition-Managements, beispielsweise die offene und demokratische Gesellschaft, die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Beteiligung der Unternehmen und Sozialpartner. Gleichzeitig ist das Politikinstrument des Transition-Managements in der erneuerten EU-Strategie aber nicht explizit erwähnt. Anhand von Literaturauswertung, Internetrecherche und ExpertInneninterviews wird in einer Grundlagenrecherche überprüft, wie weit die erneuerte EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung und das Instrument des TM kompatibel sind. Die Themenfelder i) Übergang in eine nachhaltige Gesellschaft als Transitionsprozess, ii) Stand des Transition-Managements in Forschung und Praxis sowie iii) Schnittstellen der erneuerten EU-Strategie für Nachhaltige Entwicklung zum Transition-Management werden analysiert und aufbereitet. Damit werden Ansatzpunkte und Empfehlungen zur Integration von Transition-Management in die erneuerte EU-Strategie erarbeitet.

Kanatschnig, Dietmar; Pelikan, Irma (2009): Transition to Sustainable Development. Ist Transition-Management als neues Politikinstrument mit der erneuerten EU-Strategie für Nachhaltige Entwicklung vereinbar? Endbericht. Wien: Österreichisches Institut für Nachhaltige Entwicklung.
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Kanatschnig, Dietmar; Pelikan, Irma (2010): Transitionmanagement in Theorie und Praxis. In: Steurer, Reinhard; Trattnigg, Rita (Hg.), Nachhaltigkeit regieren. Eine Bilanz zu Governance-Prinzipien und -Praktiken. München: oekom, 75-97.
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